Vorstellungsgottesdienst vom 6. April – 'Zoff' beim Abendmahl

Sunday, April 6, 2008 11:25:00 AM Categories: Archiv '06 - '08

Eine Aufregung lag in der Luft, als wir am 6. April in die Habenhauser Kirche kamen. In unserer Konfuszeit mussten wir zwar alle eine bestimmte Anzahl von Gottesdienstbesuchen absolvieren, aber einen eigenen Gottesdienst zu planen, organisieren und dann durchzuziehen war etwas ganz anderes.

Nach einer Vorbereitungszeit, in der wir auf Konfusfahrt Plakate gemalt hatten, Texte und Rollenspiele geschrieben hatten und schließlich die von Herrn Schlieper überarbeiteten Ergebnisse begannen, in der Kirche laut sprechen zu üben, war es nun so weit: der Gottesdienst lag in unseren Händen. Und Herr Schlieper würde uns ab Punkt zehn Uhr nicht mehr nicht mehr aus der Patsche helfen, wie er so oft betont hatte: 'Ich werde euch mit allen Mitteln unterstützen, die mir zur Verfügung stehen, aber ab Sonntag um zehn Uhr werde ich euch nicht mehr aus der Patsche helfen.' Der Gottesdienst war unsere Sache und somit auch alles, was schief laufen konnte.

Nachdem sich die Kirche gefüllt hatte, war auf jeden Fall eines klar: eine Kirche die bis auf den letzten Platz gefüllt war, war auf jeden Fall etwas anderes als der leere Kirchensaal, in dem wir so oft unsere Texte geübt hatten.

Der Gottesdienst begann ganz 'normal' - nur das alles von uns Konfirmanden gesprochen wurde. Von einer Begrüßung, über Lieder, das Sprechen eines Psalms, bis zum Glaubensbekenntnis, das von einer Konfirmandin am Mikrofon gesprochen wurde. Ein Schmunzeln ging durch die Runde, als sie auf einmal eine Zeile weiter war, als der Rest der Gemeinde, aber letztendlich kamen wir doch noch alle gemeinsam bis zum '...und das ewige Leben. Amen:'.

Anschließend wurde mit riesigen Plakaten, die wir alle selbst bemalt hatten, an die wichtigsten Stationen des Karfreitags erinnert, wir bekamen das Gespräch eines 'Osterspaziergangs' mit und es gab einen Text über die Gründung der ersten Gemeinden, wie z.B. in Korinth, wo es vor vielen Jahren zu einem Konflikt zwischen Armen und Reichen beim Abendmahl kam, den wir nachspielten.

Die Armen sind beim Essen der Reichen nicht erwünscht, finden aber, das man in einer Gemeinde nicht zwischen arm und reich unterscheiden sollte und wenden sich mit einem Brief an Paulus, in der Hoffnung, dass er ihnen bei ihrem Problem helfen kann.

Eine Antwort von Paulus folgte, wobei während des Vorlesens eine Urkunde entrollt wurde, die den Zusammenhalt unserer Gemeinde symbolisieren sollte.

Zu guter Letzt konnte man an einem 'Umlauf-Abendmahl' teilnehmen, auf das noch Fürbittgebet und Segen folgten, den als einziges Pastor Schlieper sprach.

Begleitet wurde der ganze Gottesdienst von der Band 'Himmlisch', die uns mit flotten Liedern unterstützten.

Man kann insofern sagen, dass der Gottesdienst ein Erfolg war, als dass eigentlich alles so lief, wie es geplant war und ein normales und gemeinschaftliches 'Gottesdienst-Feeling' zu spüren war, obwohl alles von uns Konfirmanden durchgeführt wurde. Es herrschte eine tolle und respektvolle Atmosphäre und wir haben den Wunsch gehört, die Kirche möge doch öfter so voll sein.

 

Vorstellungsgottesdienst 'Zoff' beim Abendmahl?!

Was denkt man, wenn man an einen einfachen Gottesdienst denkt? Wollen wir einmal ehrlich sein, bei diesem Gedanken platzen wir nicht innerlich vor Spannung oder freuen uns auf einen lustigen Beitrag im Zirkus.

Anders aber bei dem Gottesdienst am 6. April in der Simon-Petrus Geimeinde, der unter dem Namen 'Zoff' beim Abendmahl?! Stand.

Als externe Beobachterin kann ich von mir behaupten, einen solchen Gottesdienst im vergangenen Jahr schon einmal miterlebt zu haben, und gebe zu, ein wenig ins Zweifeln geraten, in der Vorstellung, dass eine Gruppe von Jugendlichen so ein kirchliches Thema noch einmal so interessant präsentieren könnte.

Ich erwartete einen eher tristen Ablauf von langweilig runtergeratterten Texten, motivationslose oder zu überdrehte Jugendliche und ein eher minder interessiertes Publikum, welches sich nur aus Höflichkeit familiärer Herkunft in der Kirche zusammenfand.

Doch was sich hinter den Türen um 10.00 Uhr vor versammelter Gemeinde zeigte, ich kann es nicht anders sagen, riss mich vom Hocker!

In erster Linie sah das gesamte Spektakel nach mordsmäßiger Arbeit aus. An den Wänden hingen verdeckte, selbstgemalte Bilder, welche im Laufe der Vorstellung enthüllt wurden und die Jugendlichen zeigten ihr größtes Interesse und dass sie Spaß an der Sache hatten.

Mir persönlich machte es einen riesigen Spaß, auf den Bänken inmitten der motivierten Gemeinde zu sitzen und den selbst inszenierten Theaterstücken und Reden zu lauschen.

Das alleine war an sich auf jeden Fall schon die Sache wert, diesen Gottesdienst zu besuchen, doch muss ich noch hinzufügen, dass ich von der musikalischen Unterlegung der Band 'Himmlisch' ganz angetan war!

Im Vergleich zu einem 'normalen' Gottesdienst, fühlt sich bestimmt nicht nur ich eher zur Jugendlichen Inszenierung hingezogen, doch ist dies ja auch eine einmalige Sache, welche auf die Dauer nicht nur langweilig werden würde, sondern auch dem Empfindungsreichtum und der Kreativität der Jugendlichen ziemlich zusetzten würde!

Naja, eigentlich wollte ich ja auch nur sagen, dass mir der Vorstellungsgottesdienst der Konfirmandengruppe sehr gut gefallen hat!

 

Rolf-Peter Schlieper

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